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5.1 Frequenzen und aufmodulierte PRN-Impulsfolgen Die Satelliten senden auf zwei unterschiedlichen Frequenzen. Der Träger L1 besitzt eine Frequenz von 1575,42 MHz (entspricht einem Faktor von 154mal dem Frequenznormal), der Träger L2 eine Frequenz von 1227,60 MHz (Faktor 120). Hinsichtlich der Verfügbarkeit von Bandbreite, der Anfälligkeit von atmosphärischen Störungen sowie der Empfangsleistung (bei festen Antennenflächen ist die empfangene Leistung proportional zum Quadrat der Frequenz) stellt das L-Band ein Optimum dar. Da Entfernungsmessungen bei zwei unterschiedlichen Frequenzen zu abweichenden Ergebnissen führen, kann man dadurch die durch Brechung in der Ionosphäre entstehenden Laufzeitverzögerungen rechnerisch eliminieren. Die von den Satelliten gesendeten Ortungssignale bestehen aus codierten Impulsfolgen, die statistisch verteilt sind. "Diese Impulsfolgen bestehen aus binären Zeichen mit der Wertigkeit 0 und 1 bzw. -1 und +1 und zeigen infolge ihrer statistischen Verteilung die Merkmale des Rauschens. Da sie jedoch determiniert sind, liegt hier eine pseudostatistische Verteilung vor (pseuo random noise, Abkürzung PRN).". Durch den Einsatz dieser Impulsfolgen erreicht man, dass jeder Satellit die gleichen Frequenzen L1 und L2 zum Aussenden der Navigationsmitteilungen benutzen kann. Durch die Auswertung der PRN-Impulsfolge erfährt der Empfänger, welcher Satellit diese Information ausgesandt hat. 5.2 Die unterschiedlichen Ortungsgenauigkeiten GPS verwendet nun derartige Impulsfolgen in Form zweier unterschiedlicher Codes, die den hochfrequenten Trägerschwingungen aufmoduliert und von den Antennen in Form einer zirkular polarisierten elektronmagnetischen Welle ausgesandt werden. Diese Codes stehen nun für unterschiedliche Genauigkeitspotenziale der Ortung: 5.2.1 Der Standardortungsservice SPS Standard-Ortungsservice (Standard Positioning Service, Abkürzung SPS). Die hierfür verwendete codierte PRN-Impulsfolge nennt man C/A-Code. Der Name C/A steht für coarse/access und heißt übersetzt "grober Zugang". Dieser Code, der jedem zivilen Nutzer zur Verfügung steht, wird vom US-Militär aus Gründen der Sicherheit künstlich verschlechtert, so dass die Genauigkeit auf 100m herabgesetzt wird. Der Name dieses Verschlechterungsverfahrens heißt Selective Availability (SA). Dabei werden falsche Zeiten und/oder falsche Bahndaten möglichst unvorhersehbar und unkorrigierbar gesendet.
Diese Abbildungen verdeutlichen die künstliche Verschlechterung der Positionsgenauigkeit. Die angezeigte Position streut bei ausgeschalteter SA nur geringfügig (linke Abbildung). Bei ausgeschalteter SA wirken sich die unvorhersehbaren Signalverfälschungen drastisch auf die Position aus (rechte Abbildung).
5.2.2 Der Präzisionsortungsservice PPS Präzisions-Ortungsservice (Precise Positioning Service, Abkürzung PPS) Die für diesen Ortungsservice verwendete PRN-Impulsfolge trägt die Bezeichnung P-Code. Der Buchstabe P steht für Precision. Um der Gefahr vorzubeugen, dass von politischen oder militärischen Gegnern ein falscher P-Code gesendet wird, der eine genaue Positionsbestimmung verhindern würde, setzt man ein Verfahren names Anti-Spoofing (engl.: to spoof, beschwindeln) ein. Dabei wird der P-Code verschlüsselt und ist somit fälschungssicherer; den verschlüsselten Code nennt man P(Y)-Code. Dieser Code ist vor allem militärischen Institutionen der USA vorenthalten, weshalb er im Folgenden nicht näher behandelt wird. 5.3 Länge und Form des C/A-Codes Der C/A-Code wird ausschließlich auf dem Träger L1 ausgesandt. Schon deshalb wird die Genauigkeit für zivile Nutzer eingeschränkt, da sie mit nur einer Empfangsfrequenz durch die Ionosphäre verursachte Störungen mathematisch nicht eliminieren können. Um die folgenden Zusammenhänge beschreiben zu können, müssen vorher erst noch zwei Begriffe definiert werden. Als Chip wird ein Binärzeichen in einem Code (hier: dem C/A-Code) bezeichnet. Als Bit wird dagegen ein Binärzeichen in einem Datenstrom bezeichnet. Der C/A-Code, der jeden Satelliten eindeutig kennzeichnet, besitzt eine Taktfrequenz von 1,023 MHz, die ebenso wie die Trägerfrequenzen durch Frequenzmultiplikatoren aus den Atomfrequenznormalen gewonnen wird. Da dieser Code eine Chiprate von 1,023*106 Chip/s besitzt, ergibt sich eine Zykluslänge von 1ms. 5.4 Die Navigationsmitteilungen
Die Navigationsmitteilungen werden jeweils in Paketen, sogenannten Rahmen, übertragen. Ein Rahmen hat einen Umfang von 1500 Bit. Bei einer Datenrate von 50 Bit/s dauert es also 30 Sekunden, bis dieser empfangen ist. Jeder Datenrahmen besteht aus fünf Unterrahmen, die jeweils 6 s lang sind. Jeder Unterrahmen beginnt mit dem Telemetrie Wort (TLM), welches u.a. den Aktualisierungsstand der Daten oder Diagnoseangaben enthält. Gefolgt wird es von einem Hand Over Word (HOW), welches Nutzer des PPS benötigen, um einen Zugang zu dem P-Code zu bekommen. Neben TLM und HOW enthalten die Unterrahmen folgende Daten:
Mit Hilfe der empfangenen Daten kann nun das GPS-Empfangsgerät seine Position auf der Erdkugel eindeutig bestimmen. Dem Benutzer wird diese in Form von Längengrad-, Breitengrad- und Höhenangaben auf dem Display angezeigt. |
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